WordPress Backup erstellen: Plugins, manuell und Hosting im Vergleich (Anleitung 2026)
Ein WordPress Backup umfasst immer zwei Teile: alle Dateien (Themes, Plugins, Uploads) und die Datenbank (Beiträge, Einstellungen, Benutzer). Vier Methoden funktionieren zuverlässig — am bequemsten ist das kostenlose Plugin UpdraftPlus mit automatischer Cloud-Speicherung. Ohne Plugin geht es manuell per FTP und phpMyAdmin. Wer sicher gehen will, folgt der 3-2-1-Regel: 3 Kopien, 2 verschiedene Medien, 1 davon extern.
Warum WordPress-Backups absolut unverzichtbar sind
Ein WordPress Backup ist die einzige zuverlässige Versicherung gegen Datenverlust — und WordPress-Seiten sind durch ihre weite Verbreitung ein Hauptziel automatisierter Angriffe. Statistiken zeigen: Über 30.000 Websites werden täglich gehackt, ein Großteil davon WordPress-basiert. Ohne aktuelles Backup beginnt im Ernstfall die teure Wiederherstellungsarbeit — oder die Seite ist komplett verloren.
Die häufigsten Szenarien, in denen ein Backup zur Rettung wird:
- Hack durch Sicherheitslücke in einem veralteten Plugin oder Theme — Backup vor dem Hack einspielen, Seite ist sofort wieder sauber.
- Fehlerhaftes Plugin- oder Core-Update verursacht „White Screen of Death“ — Backup zurückspielen, Plugin später isoliert testen.
- Versehentlich gelöschte Inhalte oder überschriebene Beiträge — einzelne Datenbank-Einträge aus dem Backup wiederherstellen.
- Server-Ausfall beim Hoster mit Datenverlust — externes Backup ist die einzige Rettung, wenn das Hoster-Backup nicht greift.
- Umzug auf neuen Server oder neues Hosting — Backup als saubere Migrations-Grundlage.
- Test vor größeren Änderungen — vor jedem Theme-Wechsel, größerem Plugin-Update oder strukturellen Änderungen einmal sichern.
Was ein vollständiges WordPress-Backup enthalten muss
Eine WordPress-Seite besteht aus zwei Hauptbestandteilen, die beide gesichert werden müssen — sonst ist das Backup unbrauchbar:
| Bestandteil | Was drinsteht | Wo liegt es | Typische Größe |
|---|---|---|---|
| Dateien | WordPress-Core, Themes, Plugins, Uploads, Konfiguration | Webserver-Verzeichnis (FTP) | 100 MB – 5 GB+ |
| Datenbank | Beiträge, Seiten, Benutzer, Einstellungen, Plugin-Daten | MySQL/MariaDB-Server | 5 MB – 500 MB |
Dateien:
wp-config.php (Konfiguration), wp-content/themes/ (alle Themes), wp-content/plugins/ (alle Plugins), wp-content/uploads/ (alle hochgeladenen Bilder und Medien), .htaccess (Server-Regeln).Datenbank-Tabellen:
wp_posts (alle Beiträge/Seiten), wp_postmeta (Custom Fields), wp_users (Benutzer), wp_options (Einstellungen), wp_terms (Kategorien/Tags), plus alle Plugin-spezifischen Tabellen (z. B. wp_woocommerce_*).Methode 1: WordPress Backup erstellen mit UpdraftPlus (Empfehlung)
UpdraftPlus ist mit über 3 Millionen aktiven Installationen das mit Abstand beliebteste Backup-Plugin für WordPress. In der kostenlosen Version deckt es bereits alles ab, was die meisten Websites brauchen: vollständige Backups, Cloud-Speicherung, Wiederherstellung mit einem Klick.
Schritt 1: UpdraftPlus installieren
Im WordPress-Dashboard zu Plugins → Installieren gehen, nach „UpdraftPlus“ suchen, das Plugin von UpdraftPlus.Com, DavidAnderson installieren und aktivieren. Dauer: unter 1 Minute.
Schritt 2: Cloud-Speicherort einrichten
Unter Einstellungen → UpdraftPlus Backups → Einstellungen einen externen Speicher auswählen. Kostenlos verfügbar:
- Google Drive — bis 15 GB kostenlos, einfach via OAuth verbunden
- Dropbox — kostenloser Account mit 2 GB, perfekt für kleinere Sites
- Microsoft OneDrive — 5 GB kostenlos
- FTP-Server — auf eigenem Backup-Server
- E-Mail-Versand — nur für sehr kleine Backups (unter 10 MB)
Nach Auswahl per OAuth-Flow den Cloud-Account verbinden — UpdraftPlus speichert dort künftig alle Backups automatisch.
Schritt 3: Backup-Zeitplan festlegen
Im selben Einstellungs-Tab den Zeitplan konfigurieren:
- Datei-Backup-Intervall: wöchentlich (für die meisten Sites ausreichend)
- Datenbank-Backup-Intervall: täglich (Datenbank ändert sich häufiger)
- Anzahl der zu behaltenden Backups: mindestens 4 (deckt einen Monat ab)
- WooCommerce-Shops: Datenbank stündlich, Dateien täglich
Schritt 4: Erstes Backup manuell auslösen
Im Tab „Backup / Restore“ auf den großen blauen Button „Jetzt sichern“ klicken. UpdraftPlus erstellt jetzt:
- Einen Datenbank-Dump (.sql-Datei, gezippt)
- Backup der Plugins (separates Zip)
- Backup der Themes (separates Zip)
- Backup der Uploads — meist die größte Datei
- Backup der sonstigen wp-content-Dateien
Die Dateien werden automatisch in den eingerichteten Cloud-Speicher hochgeladen. Bei einer 500-MB-Site dauert das Erstbackup typisch 2–5 Minuten. Spätere inkrementelle Backups sind deutlich schneller.
Die Premium-Version (ab ca. 70 € pro Jahr) bietet inkrementelle Backups, Migration zwischen Domains, Multisite-Support, mehrere parallele Cloud-Ziele und Verschlüsselung. Für die meisten Standard-Websites reicht die kostenlose Version. Für Shops, Multisite oder Sicherheits-Anforderungen ist Premium empfehlenswert.
Methode 2: WordPress Backup mit BackWPup
BackWPup ist die zweite große Alternative — über 600.000 aktive Installationen, kostenlos, mit fokussierter Funktionalität. Es eignet sich besonders für technisch versierte Nutzer, die feinere Kontrolle über Jobs und Speicherorte wollen. Der Workflow:
- Plugin installieren über Plugins → Installieren, Suche nach „BackWPup“.
- Unter BackWPup → Add new job einen neuen Backup-Job erstellen.
- Im Tab „General“ festlegen, was gesichert wird (Datenbank-Dump, Dateien, Installierte Plugins).
- Im Tab „Schedule“ Cron-basiert oder manuell auslösen.
- Im Tab „To: …“ den Speicherort wählen — Dropbox, S3, FTP, E-Mail oder lokaler Ordner.
- Job speichern und mit „Run now“ erstmals testen.
BackWPup hat den Vorteil, dass mehrere unabhängige Jobs parallel definiert werden können — etwa ein täglicher DB-Job nach Dropbox und ein wöchentlicher Vollbackup nach S3. Der Nachteil: die Wiederherstellung ist komplexer als bei UpdraftPlus und erfolgt manuell.
Methode 3: WordPress Backup manuell per FTP und phpMyAdmin
Wer komplett ohne Plugin auskommen will, sichert WordPress in zwei separaten Schritten — Dateien per FTP, Datenbank über phpMyAdmin (im Hosting-Panel). Der Aufwand ist höher, dafür hast du volle Kontrolle und keine Plugin-Abhängigkeit.
Teil A: Dateien per FTP sichern
FTP-Programm öffnen (FileZilla, Cyberduck oder ähnliches). Mit den FTP-Zugangsdaten des Hosters verbinden. Im Server-Verzeichnis das WordPress-Wurzelverzeichnis öffnen — meist public_html/ oder www/. Folgende Verzeichnisse und Dateien herunterladen:
wp-config.php(zentrale Konfigurationsdatei).htaccess(Server-Regeln, Permalinks)wp-content/(komplettes Verzeichnis: themes, plugins, uploads)- Optional:
wp-admin/undwp-includes/(Core-Dateien — bei Bedarf neu von WordPress.org herunterladbar)
Bei großen Sites kann der Download mehrere Stunden dauern — besonders das Uploads-Verzeichnis mit allen Bildern. Lokale Sicherung in einem zip-Archiv mit Datum im Namen, z. B. backup_2026-05-10.zip.
Teil B: Datenbank per phpMyAdmin exportieren
phpMyAdmin im Hosting-Panel öffnen (meist über cPanel, Plesk oder Direkt-Login bei Managed-Hostern). Links die richtige Datenbank auswählen — der Name steht in wp-config.php als DB_NAME. Dann:
- Oben auf den Reiter „Exportieren“ klicken
- Exportmethode: „Schnell“ auswählen
- Format: „SQL“
- Auf „OK“ klicken — die
.sql-Datei wird heruntergeladen
Die SQL-Datei (oft 5–500 MB) enthält alle Datenbank-Tabellen mit allen Inhalten. Zusammen mit den FTP-Dateien ist das Backup vollständig.
Methode 4: Hosting-Backup nutzen (Komfort-Option)
Viele Hoster bieten in ihren Tarifen automatische Backups als Standardleistung an — STRATO, IONOS, all-inkl, Mittwald, DomainFactory, Raidboxes, Kinsta. Im Hosting-Panel ist meist ein eigener Backup-Bereich verfügbar, mit dem Backups erstellt, eingespielt und heruntergeladen werden können.
Vorteile: keine Plugin-Installation, automatischer Lauf, oft täglich, mit Wiederherstellung per Klick. Nachteile: Backups liegen meist auf demselben Hoster (also nicht wirklich „extern“), die Aufbewahrungsfrist ist begrenzt (oft 7–14 Tage), und bei einem Hoster-Wechsel ist das Backup oft nicht direkt nutzbar.
Hosting-Backups sind ein guter Komfort-Layer für die letzten 7–14 Tage. Aber für echte Sicherheit gehört zusätzlich ein externes Backup (UpdraftPlus → Cloud) — nur so überlebt eine Sicherung den Komplettausfall des Hosters.
Backup-Strategie nach der 3-2-1-Regel
Die klassische IT-Backup-Strategie aus dem professionellen Bereich heißt 3-2-1-Regel und ist auch für WordPress-Sites die sicherste Vorgehensweise:
| Regel | Bedeutung | Praxis-Beispiel |
|---|---|---|
| 3 Kopien | Original + 2 Backups | Live-Site, Hoster-Backup, UpdraftPlus-Backup |
| 2 verschiedene Medien | Nicht alles am gleichen Speicherort | Cloud (Google Drive) + lokales Laufwerk (NAS) |
| 1 extern | Mindestens 1 Backup geografisch getrennt | Backup in der Cloud (anderer Standort als Hoster) |
Für eine durchschnittliche WordPress-Seite sieht eine optimale Strategie so aus: Hoster-Backup täglich (für schnelle Wiederherstellung), UpdraftPlus-Cloud-Backup wöchentlich (für externe Sicherheit), zusätzlich monatlich ein lokales Vollbackup auf eine externe Festplatte (für maximale Unabhängigkeit). Wer das einmal eingerichtet hat, läuft alles automatisch im Hintergrund.
WordPress Backup wiederherstellen — so geht’s
Ein Backup ist nur so gut wie der Test, dass es sich auch zurückspielen lässt. Die einfachste Methode: regelmäßig (z. B. quartalsweise) einen Test-Restore in einer Staging-Umgebung üben.
Mit UpdraftPlus wiederherstellen
Im Tab „Existing Backups“ erscheint die Liste aller verfügbaren Backups. Beim gewünschten Backup auf „Restore“ klicken. Dann auswählen, was wiederhergestellt werden soll (Plugins, Themes, Uploads, Datenbank, sonstige Dateien) und auf „Restore“ bestätigen. UpdraftPlus lädt die Backup-Dateien automatisch aus dem Cloud-Speicher und spielt alles ein — typisch 5–15 Minuten je nach Größe.
Manuell wiederherstellen
Bei einem komplett kaputten WordPress-Setup geht es manuell: WordPress neu installieren (Standard-Installation), dann per FTP das gesicherte wp-content/-Verzeichnis hochladen. Anschließend in phpMyAdmin die alte Datenbank-SQL-Datei importieren — vorher die alle vorhandenen Tabellen löschen, sonst gibt es Konflikte. Zum Schluss prüfen, ob die wp-config.php die richtigen DB-Zugangsdaten enthält.
Fazit: UpdraftPlus + Cloud + 3-2-1 = sichere WordPress-Site
Ein WordPress Backup ist keine Frage von „ob“, sondern „wann“ du es brauchst. UpdraftPlus mit Cloud-Speicherung ist für 9 von 10 Websites die beste Lösung: kostenlos, in 10 Minuten eingerichtet, vollautomatisch. Wer professionelle Anforderungen hat, kombiniert das mit Hoster-Backup und einem monatlichen lokalen Backup nach 3-2-1-Regel. Manuelle Backups per FTP sind nur dann sinnvoll, wenn keine Plugin-Lösung in Frage kommt — der Aufwand ist deutlich höher. Wer alles dem Wartungspartner überlässt, hat Backups im Wartungsvertrag ab 29,99 €/Monat automatisch inklusive — getestet, extern gespeichert, im Notfall direkt einspielbar.
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Häufige Fragen zu WordPress-Backups
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